Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten war zusammen mit den Olympischen Spielen von Peking ein Welt umfassendes Thema in 2008. Übertroffen wurden die beiden Ereignisse aber von der weltweiten Finanzkrise, die uns alle seit Wochen in Atem hält und auch für die Zukunft nichts Gutes verspricht - wenn man den vielen Prognosen Glauben schenken darf. Mittlerweile übertreffen sich Institute schon in Schwarzmalerei und das halte ich für Besorgnis erregend.
Ein Zitat des Jahres ist „Yes, we can“ vom zukünftigen US-Präsidenten Barack Obama und ich nehme es mir nun heraus zu sagen „Ja, wir können!“. Wir können gemeinsam viel dafür tun, die Prognosen nicht wahr werden zu lassen. Wir alle haben die Chancen aber auch die Pflichten etwas dagegen zu tun. Dafür müssen wir anpacken. Nur von klagen und jammern wurde noch keine Krise beseitigt. Und die in der jüngsten Vergangenheit guten wirtschaftlichen Zahlen wurden auch nicht nur am grünen Tisch entwickelt, sondern vom anpackenden und vorausschauenden Mittelstand.
Wir wollen den Mittelständlern den Rücken stärken und damit Grundlagen schaffen, um den Landkreis Oldenburg zukunftssicher zu gestalten, die Lebensqualität zu bewahren und weiter zu verbessern. Viele Bürgerinnen und Bürger, genauso die Kommunalpolitik und die Unternehmen werden dazu beitragen, dass dies gelingt.
Die Wirtschaft im Landkreis Oldenburg hat sich 2008 insgesamt erfreulich entwickelt. Wir konnten Neuansiedlungen, Existenzgründungen und Betriebserweiterungen registrieren. Mein Dank gilt allen Verantwortlichen in den Unternehmen, den Kammern und der Politik, die sich für den wirtschaftlichen Aufschwung im Landkreis Oldenburg einsetzen. Darin dürfen wir auch zukünftig nicht nachlassen! Die Bewältigung des wirtschaftlichen Strukturwandels erfordert weiterhin unsere gemeinsame Anstrengung.
Erfreulich im Hinblick auf das vergangenen Jahr ist vor allem die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, denn in unserem Landkreis war die Arbeitslosigkeit stark rückläufig. Viele Anstrengungen in der heimischen Wirtschaft und in der Politik haben uns in eine gute Position gebracht. Auch hier gilt für die Zukunft, weiter am Ball zu bleiben und sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen.
Zur Lebensqualität aber insbesondere auch zur Wettbewerbsfähigkeit zählt unbedingt eine gute soziale Infrastruktur. Hieran gilt es auch im kommenden Jahr weiter verschärft zu arbeiten, denn mit dem weiteren Ausbau der Kindertagesstätten und -krippen bis zur Modernisierung der Schulen steht uns ein großer Kraftakt bevor. Dieses müssen wir gemeinsam bewältigen. Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Standortfaktor und gleichzeitig unabdingbarer Aspekt für wirtschaftliche Interessen.
Insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, auf den wir im Landkreis Oldenburg mit dem Demografie-Pakt mit großer Sorgfalt reagieren, müssen wir uns in diesem Bereich stark positionieren. Denn wir stehen im Wettbewerb mit anderen Ballungsräumen und da darf es für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Oldenburg kein Nachteil sein, in einer ländlichen Region zu leben.
Die Grundlagen hierfür sind positiv. Darum sollten wir im Landkreis Oldenburg trotz der jüngst weltweit unschönen Nachrichten mit verhaltener Zuversicht in die Zukunft schauen, denn wir können stolz auf das Geleistete sein und darauf weiter aufbauen. Wir, damit meine ich nicht nur die Abgeordneten des Kreistages, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, sondern vor allem Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Im Rückblick auf die vergangenen Monate danke ich Ihnen, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, für die konstruktive, hilfreiche und manchmal auch kritische Begleitung unserer Arbeit sowie für das Vertrauen, das Sie in uns gesetzt haben.
Wir können die vielfältigen Aufgaben in unserem Landkreis nur gemeinsam bewältigen. Jeder Einzelne kann dazu einen Beitrag leisten. Von der Politik erwarte ich, dass sie klar und wahrhaftig handelt und den Menschen nichts vormacht. Wir brauchen Mut zu Veränderungen damit wir uns den Gegebenheiten der Zukunft schnell anpassen können. Ich bin zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen werden.
Ich weiß, dass unsere Vereine, Verbände und private Initiativen zu den wertvollsten Potentialen unserer Gemeinden und Städte gehören! Lebendige Städte und Gemeinden mit hoher Lebensqualität, mit pulsierendem Vereinsleben und vielfältigen öffentlichen Einrichtungen machen den Landkreis Oldenburg zu einem Gemeinwesen, in dem sich die Menschen wohl fühlen!
Herzlich danke ich den zahlreichen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die im Landkreis Oldenburg ehrenamtlich für unser Gemeinwesen tätig sind. Viele engagieren sich uneigennützig in der sozialen Arbeit, Feuerwehren und Rettungsdiensten, in Kultur, Sport und Jugendpflege, in den Kirchengemeinden, der Kommunalpolitik und für andere gesellschaftliche Aufgaben. Dankbar bin ich außerdem für die oft sehr großzügige finanzielle Förderung durch Sponsoren, Mäzene und Stiftungen. Ohne das beachtliche persönliche und finanzielle bürgerschaftliche Engagement würde unsere Region verarmen.
Der Landkreis Oldenburg ist lebens- und liebenswert, weil sich so viele mit dieser Region identifizieren und dafür engagieren. Diese Attraktivität gilt es im kommenden Jahr weiter zu steigern. Wir wollen, dass die Leute sagen: „Hier will ich bleiben oder in dieser Region will ich leben!“
Ich wünsche Ihnen allen ein paar Tage der Erholung und Entspannung, Zeit zum Nachdenken und zum Kräfte sammeln sowie einen freudvollen, hoffnungsfrohen Jahreswechsel und ein harmonisches, gesundes und erfülltes Jahr 2009!
Herzlichst
Ihr
Frank Eger
Landrat