Frauenhäuser wollen seit ihren Anfängen in den 70er Jahren zwei Dinge bewirken:
Misshandelten Frauen Zufluchtstätten schaffen und das Thema „familiäre Gewalt“ öffentlich machen.
Frauen, die nach oft jahrelang erduldeter Gewalt in ein Frauenhaus flüchten, werden überwiegend von ihren Kindern begleitet.
Die Kinder haben das Misshandlungsschicksal ihrer Mutter entweder passiv miterlebt oder waren selbst in den Gewaltkreislauf einbezogen. Das Miterleben der Misshandlung der Mutter ist eine spezifische, häufig traumatisierte Gewalterfahrung der Kinder.
Diese Erfahrungen sind für ihr weiteres Leben stark prägend. Die Kinder reagieren oft apathisch, bleiben in der Entwicklung zurück oder sind ungewöhnlich aggressiv. Sie sind oft in der Gefahr, als Mädchen wieder Opfer, als Junge wieder Misshandler zu werden.
Gewalt gegen Frauen ist Gewalt gegen Kinder.
In der Öffentlichkeit bleibt dieser Zusammenhang weitgehend unbekannt. Gerade im Hinblick auf die Prävention von Gewalt gewinnt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Frauen- und Kinderschutzhaus zunehmend an Stellenwert.
Die in der Ausstellung gezeigten Bilder der Kinder aus dem Frauen- und Kinderschutzhaus im Alter von 3 – 14 Jahren entstanden ohne bestimmte Themenvorgabe. Sie wurden in freier Gestaltung gemalt und zeigen deutlich, welche Spuren die erlebte Gewalt in Kinderseelen hinterlässt.
Die Ausstellung richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die am Thema „Gewalt gegen Frauen“ z. B. im Rahmen von Projektwochen arbeiten wollen und deren Ziel es ist, die Gewalt im häuslichen Rahmen öffentlich zu machen.
Die Ausleihbedingungen der Ausstellung sind im Amt der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Oldenburg zu erfragen.
Eine Einführung / Begleitung der Ausstellung durch die Kreisgleichstellungsbeauftragte und Mitarbeiterinnen des Frauenhauses wird gerne angeboten.
Amt der Gleichstellungsbeauftragten
Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Str. 6
27793 Wildeshausen
Ihr Ansprechpartner
Frau Dr. Lemke-Hadick
Telefon: 04431-85 252
Kontakt über E-Mail